Vorsicht vor teuren Fallen bei Kinder- und Altersvorsorge
Immer mehr Anbieter werben mit angeblich ausgefeilten Strategien für den Vermögensaufbau von Kindern. Oft klingt es nach der perfekten Lösung: „ETF-Strategie“, „Steuervorteil“, „wir sichern die Zukunft deines Kindes“.
Doch hinter den wohlklingenden Versprechen stecken häufig hohe Kosten, unnötige Versicherungen oder teure Beratungsmodelle.
Damit du nicht in typische Fallen tappst, haben wir die gängigsten Maschen zusammengefasst.
1. Vorsicht bei Versicherungsprodukten im „ETF-Mantel“
- Versprechen: „Steuervorteil durch Versicherung“ oder „ETF im Versicherungsmantel“.
- Problem: Die Kostenquote liegt oft bei 0,8 % und mehr. Über Jahrzehnte summiert sich das auf zigtausend Euro weniger Vermögen.
- Tipp: Schau ins Impressum. Steht dort „Versicherungsmakler“ oder „Versicherungsvertreter“, ist es kein neutrales Finanzprodukt – sondern eine Versicherungslösung mit versteckten Kosten.
2. Überteuerte Beratungen für einfache ETF-Lösungen
- Versprechen: „Wir haben die perfekte ETF-Strategie entwickelt“ oder „exklusives Modell mit höherer Rendite“.
- Problem: Am Ende erhältst du für 1.000 bis 10.000 € Beratungskosten eine simple 2-ETF-Lösung. Das Wissen dazu gibt es kostenlos auf seriösen Finanzblogs und Verbraucherportalen.
- Tipp: Es gibt keine „perfekte ETF-Strategie“. Mehr Rendite gibt es in der Regel nur mit mehr Risiko – alles andere ist Marketing und Vertrieb.
3. „Kostenlose“ Angebote – in Wahrheit teuer
- Versprechen: „Kostenlose Finanzberatung“, „kostenloses Depot“ oder „kostenloses Coaching“.
- Problem: Kostenlos ist es wohl eher selten – die Anbieter verdienen über hohe Abschlussprovisionen und Kickbacks. Diese Kosten zahlst du am Ende in Form von überteuerten Produkten.
- Rechtliche Lage: Verbraucherzentralen haben bereits mehrfach vor solchen irreführenden Werbeversprechen abgemahnt. Sich als „unabhängig“ zu bezeichnen, wenn man Provisionen kassiert, ist schlicht nicht erlaubt.
4. Staatlich geförderte Verträge (z. B. Riester, Rürup)
- Versprechen: „Der Staat schenkt dir Geld!“
- Problem: Hohe Kosten, komplizierte Regeln, niedrige Renten. Verbraucherzentralen haben mehrfach gewarnt, dass viele Verträge kaum Rendite bringen.
5. Geschlossene Fonds & Direktinvestments
- Versprechen: „6–8 % sichere Rendite mit Containern, Wald oder Solarparks.“
- Problem: Kaum Transparenz, keine Flexibilität, Totalausfall-Risiko.
6. Finanz-Influencer und „Crash-Absicherer“
- Versprechen: „Geheime Strategien, um sofort reich zu werden“ oder „Sicher durch die nächste Krise“.
- Problem: Meist nur Werbung für teure Online-Kurse oder extrem riskante Produkte.
✅ Checkliste: So erkennst du teure Kostenfallen
Wenn einer der folgenden Punkte zutrifft, überlege dir sehr genau, ob das Angebot das Richtige für euch ist:
- Im Impressum steht „Versicherungsmakler“ oder „Versicherungsvertreter“.
- Die Kostenquote liegt über 0,5 % pro Jahr.
- Es wird ein „einzigartiges Konzept“ versprochen, das aber in Wahrheit nur aus 1–2 ETFs besteht.
- Für die Beratung sollen 1.000 € oder mehr gezahlt werden.
- Das Angebot wird als „kostenlos“ oder „unabhängig“ beworben – obwohl Provisionen oder Kickbacks fließen.
- Das Produkt ist mit dem Schlagwort „staatlich gefördert“ beworben, ohne die Nachteile zu erklären.
- Das Geld wird in Container, Bäume oder andere „exotische Anlagen“ gesteckt.
- Der Anbieter wirbt mit Influencer-Marketing, Geheimtipps oder Crash-Strategien.
Extra-Tipp
Google den Namen des Anbieters zusammen mit den Begriffen „Abmahnung Verbraucherzentrale“.
So findest du schnell heraus, ob der Anbieter schon einmal wegen irreführender Werbung oder überhöhter Kosten ins Visier genommen wurde.